BN-OG Kirchseeon: Streuobstwiese Neukirchen neu belebt
Die Streuobstwiese in Neukirchen – an der Straße von Eglharting nach Pöring gelegen – kann sich wieder sehen lassen: Jüngster „Hingucker“ sind neue Infotafeln an jedem der 36 Obstbäume. Entwickelt und attraktiv gestaltet hat sie die Lehramtsstudentin Laura Voppichler (Kirchseeon) im Rahmen einer Projektarbeit zur Lehrveranstaltung „Service-Learning/ Lernen durch Engagement“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Neben der jeweiligen Obstsorte sind leicht verständlich ihr Geschmack und Verwendungsmöglichkeiten genannt; über einen QR-Code können Interessierte weitere Informationen abrufen. Voppichler hat zudem eine große Infowand zur Streuobstwiese erstellt. Wie die Infotafeln wurde auch diese von der Marktgemeinde Kirchseeon bezahlt, der das Grundstück gehört.
Ebenfalls zu ihrer Projektarbeit gehörend, entwickelte Laura Voppichler außerdem eine dreiteilige Unterrichtseinheit für Grundschulklassen: Auf zwei Vorbereitungsstunden folgen sechs Unterrichtsstunden auf der Streuobstwiese; eine Auswertung folgt. Erprobt wird dieses Modell von Sandra Fessler mit ihrer „Umweltklasse“ an der Grundschule Kirchseeon. Da die Streuobstwiese künftig regelmäßig als Lehr- und Lernort für Umweltbildung (nicht nur) mit Kindern genutzt werden soll, hat der gemeindliche Bauhof mehrere Sitzbänke aufgestellt. Wer sich für Voppichlers Unterrichtsmodell interessiert, schreibt bitte eine E-Mail an kirchseeon@bund-naturschutz.de.
Die Streuobstwiese in Neukirchen entstand 1999. Für jeden neu gepflanzten Baum waren Patinnen und Paten gewonnen worden. Jahrzehnte später zeigte sich großer Pflegebedarf. Auf Initiative der BN-Ortsgruppe Kirchseeon und in enger Kooperation mit der Marktgemeinde - insbesondere mit Silke Mohs, der Leiterin des Bau- und Umweltamtes – konnte sie in den letzten beiden Jahren reaktiviert werden: Für alle „verwaisten“ Bäume wurden neue Patinnen und Paten gewonnen. Die Bäume wurden professionell geschnitten; die Patinnen und Paten wurden im Baumschnitt geschult. Hecken wurden fachgerecht ausgedünnt, damit wieder mehr Licht einfallen kann. Pat:innen und Aktive des BN legten zwei Benjeshecken neu an. Mitarbeiter des Bauhofs fuhren nicht benötigtes Schnittgut ab. Etliche Bäume tragen heuer unerwartet reichlich Obst.
So erweist sich die Streuobstwiese als Erlebnis- und Lernort für Artenvielfalt und Raum für emotionale Naturerfahrungen sowie als Vorzeigebeispiel für tatkräftigen Naturschutz.
Edmund Gumpert
Presse:
EZ_260728_BN-Kirchseeon: Streuobstwiese wird Klassenzimmer







